Filmtipp: Der Name der Leute (2011) – Les Noms des Gens


Originaltitel: Les Noms des Gens
Kinostart: 14.04.2011

Die junge Bahia (Sara Forestier) trägt ihren außergewöhnlichen Namen mit Stolz, kämpft mit Leidenschaft für alle Randgruppen und dürfte für ihren Geschmack ein bisschen weniger französisch aussehen. Auch sonst hat die charmante Politaktivistin ihren eigenen Weg gefunden, die Welt zu verbessern: Ganz nach dem Lebensmotto ihrer Eltern, „Make love, not war“, schläft sie mit politisch rechts stehenden Männern, um sie ideologisch umzudrehen. Eine Ausnahme macht sie allerdings für den bekennenden Linkswähler Arthur (Jacques Gamblin), der sich eigentlich ganz wohl dabei fühlt, mit seinem konservativen Allerweltsnamen in der anonymen Masse unterzutauchen. Doch Bahia stellt sein bis dahin geordnetes und zurückgezogenes Leben völlig auf den Kopf. Und so muss sich Arthur plötzlich nicht nur mit Bahias mitreißendem Idealismus, sondern auch mit der wahren Geschichte seiner Familie auseinandersetzen.

Kritik: Aus Frankreich kommt eine kritische Komödie über die vermeintliche Herkunft, die eigenen Wurzeln und über die sprichwörtlichen Gegensätze, die sich bekanntermaßen anziehen. Michel Leclerc blickt auf die jüngere französische Vergangenheit und zeigt wie die Seele unseres innerlich gespaltenen Nachbarlandes tickt. Und das gelingt dem Regisseur und Autor in federleichter Art und Weise.

Mithilfe des schauspielerischen Routiniers Jaques Gamblin und der großartigen Sara Forestier sowie einer ordentlichen Portion erfrischend frechen Humors schuf Leclerc mit „Der Name der Leute“ kluge Unterhaltung fern dieser leider ständig wiederkehrenden Multikulti-Klamotten. Trotz der gelungenen Situationskomik und den bei Woody Allen entliehenen inneren Dialogen ist der Blick auf den ernsten Hintergrund niemals unscharf. Klar: Am Anfang, mittendrin und am süßen Ende ist das ziemlich pappig und geschönt. Gesellschaftspolitisch kaum noch relevant. Aber eine Mischung aus Rührseligkeit und Relevanz wie in diesem aufdringlich-sympathischen französischen Unterhaltungsfilm offeriert, gab es in der jüngeren Vergangenheit nur selten.

Mein Fazit: Selten wurden politische Ansichten und Klischees so komisch und feinsinnig auf`s Korn genommen – absolut sehenswert!

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