Buchtipp: “Wachstumsschmerz” von Sarah Kuttner (2011)

Luise und Flo wollen nur zusammenziehen und stehen plötzlich vor den Grundsatzfragen einer ganzen Generation: Sarah Kuttner zeigt in ihrem neuen Roman Wachstumsschmerz, dass es leichter ist, erwachsen zu spielen, als erwachsen zu sein.

wachstumsschmerz

Erst kommt die Schule, dann das Leben, dazwischen vielleicht noch die Uni, und irgendwann ist man erwachsen. Aber wie wird man das eigentlich – und wann? Beim Zusammenziehen, Heiraten oder Kinder kriegen? Wenn man seine erste Wohnung hat, das eigene Auto vor der Tür steht und der erste Lohn auf das Konto fließt? Gültige Antworten darauf gibt’s nicht. Sicher ist nur: Einfach ist Erwachsenwerden nicht. Im Gegenteil, wie die Moderatorin Sarah Kuttner zeigt. In ihrem zweiten Roman Wachstumsschmerz wälzt sie all die anstrengenden Fragen, die eine Generation, der theoretisch die ganze Welt offensteht, umtreiben.

Reicht Zufriedenheit als Lebensziel?

Eben noch alles gut – und plötzlich Trennung? Kuttner schildert in „Wachstumsschmerz“ mit dem Leben von Luise und Flo nur auf den ersten Blick eine stinknormale Beziehungskiste zweier Endzwanziger. Vielmehr beschäftigt sie sich mit der Lebenskrise, in die Luise plötzlich gerät, als sie beginnt, sich und ihr Leben infrage zu stellen. Ist ihr Job als Herrenschneiderin gut genug, will sie ihre Freiheit aufgeben und mit Flo zusammenziehen, was hat sie eigentlich erreicht im Leben und: Wofür brennt sie? Fragen, die nach Jahren voller unbegrenzter Möglichkeiten auftauchen. Denn was kann noch kommen, wenn man alles gemacht hat? Und Kuttner meint wirklich alles. Dumm nur, dass nun immer noch mehr als die Hälfte des Lebens vor Luise liegt. Muss man noch mehr wollen? Ist derjenige, der mit dem Jetzt zufrieden ist, ein ignoranter Depp?

Den Finger in der Phantom-Wunde

Antworten gibt Kuttner nicht. Stattdessen zeigt sie, wie Luise immer unzufriedener wird – und so Dinge in ihrem Leben zerstört, die eigentlich gut waren. Kuttner liefert mit ihrem Roman keine Lösungen auf die Probleme einer Generation, die eigentlich keine Sorgen haben müsste. Exakt in diese Phantom-Wunde legt „Wachstumsschmerz“ aber den Finger – und veranschaulicht so die Nöte derer, die alles tun könnten, aber genau deshalb gar nicht mehr wissen, ob sie das wollen.

„Ich kenne viele Leute, die das Gefühl haben, sie müssten mehr aus ihrem Leben machen. Keiner traut sich, sein Leben jetzt gut zu finden.“ Sarah Kuttner

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Buchtipp: “Mindfuck: Warum wir uns selbst sabotieren und was wir dagegen tun können“ von Petra Bock (2011)

Mindfuck

Mindfuck oder in den FLOW mit dem eigenen Leben kommen…

Jeder kennt sie, die kleine Stimme aus dem Inneren. In der Tür zum Vorstellungsgespräch, vor der Begegnung mit dem Chef, oder der Verhandlung über eine Gehaltserhöhung, flüstert sie uns zu: Und Du glaubst wirklich, Du bist gut genug? Das hast Du doch gar nicht verdient! Bleib’ auf dem Teppich …

Wir sind gut vorbereitet. Wissen, dass wir es „eigentlich“ drauf haben. Träumen schon lange von unserem Ziel. Doch warum stehen wir uns immer wieder selbst im Weg?

Petra Bock hat unseren täglichen Mindfuck tausendfach bei ihren Klienten und Klientinnen erlebt. Als eine von Deutschlands gefragtesten Coaches und Beraterinnen für Menschen aller Gruppen und Schichten – ob Promi, Politiker oder Herrn Müller von nebenan – ist sie zur Expertin der Parallelwelt in unserem Kopf geworden.
In ihrem Buch Mindfuck – Warum wir uns selbst sabotieren und was wir dagegen tun können verrät Petra Bock Auswege aus der Mindfuck-Falle. Denn diese alte, überholte Denkweise genügt den Anforderungen der Gegenwart nicht mehr. Sie führt vielmehr dazu, dass viele unserer Potentiale brachliegen, die sowohl in der Arbeitswelt als auch im Alltag dringend gebraucht werden. Bock führt uns vor Augen, dass Lebensqualität mehr als Konsum ist. Sie ist der Schlüssel zu besseren Leistungen und einem erfüllten Leben.

„Unterhaltsam, motivierend und wissenschaftlich fundiert mit Blick auf den Arbeitsmarkt der Zukunft, fordert das Buch dazu auf, alte Denkmuster zu überprüfen und über Bord zu werfen.“

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Buchtipp: “Glückskinder” von Hermann Scherer (2011)

„Fünf Personen sind in der Bäckerei, sieben gehen raus. Wie viele müssen reingehen, damit der Laden leer ist?“

Der Autor ist vom Gymnasium geflogen, hat mit Ach und Krach den Realschulabschluss geschafft und übernahm von seinen Eltern fünf Millionen Schulden. Heute ist Hermann Scherer ein überaus erfolgreicher Autor und Unternehmer. Als Redner füllt er große Hallen. In diesem sehr persönlichen Sachbuch erzählt er Episoden seiner Erfolgsgeschichte. Das sind ein Dutzend Kapitel, die sich so lesen, als würde man im Saal sitzen und gespannt zuhören. In erster Linie geht es darum, zu sich selbst zu finden und sein eigenes Leben zu verwirklichen. Vieles hat man in anderem Zusammenhang schon mal gehört, wie etwa die Erkenntnis, dass Perfektionismus auch ein fürchterlicher Hemmschuh sein kann. Doch Scherers Erfolgsrezept, sowohl im Saal als auch im Buch, ist seine Authentizität. Da spricht nicht in erster Linie der Berater oder Coach, sondern ein überzeugter Selfmademan als lebendes Beispiel seiner Prinzipien. Das überzeugt.

Präsentation:

Der Text ist jenseits jeder Kritik. Da schreibt der routinierte Redner mit Sinn für die Pointe. Doch zum Titel „Glückskinder“ in Kombination mit dem Golddruck-Einband und dem arabesk wirkenden, üppigen Layout kann man unterschiedlicher Meinung sein. Für das puristisch eingestellte norddeutsche Auge geht das vielleicht ein bisschen weit. Und auf Menschen, die sich selbst für besonders ernsthaft und rational halten, wirkt das Buch auf den ersten Blick vielleicht zu verspielt. Es wäre jedoch schade, wenn gerade sie es links liegen ließen.

Praxiswert:

Allein der Tipp, wie man für einen Bruchteil des regulären Preises First Class nach New York fliegt, ist Gold wert. Doch das vor uns liegende Jahresende ist auch wieder die Zeit des Rückblicks und der persönlichen Bilanz. Für Positionsbestimmung und Kurswechsel ist dieses Buch Sextant und Kompass in einem. Gegen Burn-out und Frust hilft die Inspiration und Entschlossenheit von Hermann Scherer. Der Schlüssel zum Glück, das lernen wir hier, liegt in der Fähigkeit, Chancen zu entdecken und sie zu nutzen.

„Glückskinder. Warum manche lebenslang Chancen suchen – und andere sie täglich nutzen“ von Hermann Scherer. Campus Verlag, 237 S., 19,99 Euro jetzt bei amazon bestellen

Kinotipp: Midnight in Paris (2011)

Die schönsten Kinoerfahrungen sind vielleicht diejenigen, die sich schwer in Worte fassen lassen. Nach London und Barcelona nun Paris. Woody Allens neueste Europa-Station führt ihn zurück zum Dialoghumor und in die Künstler-Dekadenz der 20er Jahre.

Kinostart: 18.08.2011

Selten weckt die Story allein schon Interesse für einen Woody Allen, anders bei Midnight in Paris: Owen Wilson verirrt sich als amerikanischer Drehbuchschreiber und sehnsüchtiger Romanautor namens Gil in Paris. Nach Mitternacht begegnet er ganz unvermittelt F. Scott Fitzgerald, während Cole Porter am Klavier sitzt. Eine Kneipentour mit F. Scott führt zu Ernest Hemingway, der Gil mit der Muse von Picasso, Braque und Modigliani bekannt macht. Sie verliebt sich kurz darauf unsterblich in den Amerikaner. Dessen Erkundung der 1920er Jahre in Paris steht unter dem unguten Stern der nahenden Hochzeit mit einer in L.A. verwurzelten Blondine, die seine Leidenschaft für die französische Hauptstadt im Regen nicht zu teilen vermag. Der unverbesserliche Romantiker und Nostalgiker lässt sich von seiner ganz eigenen Erfahrung der Traumstadt aber zum Glück nicht abbringen, sein gerade entstehender erster Roman kann von den wertvollen Ratschlägen einer Gertrude Stein auch nur profitieren.

Was Midnight in Paris innerhalb des Werks seines Regisseurs auszeichnet, ist die emphatische Nähe, die dieser zu seiner Hauptfigur einnimmt, der alles andere als der abgeklärte New Yorker ist: Denn Gil sehnt sich nach der Vergangenheit, doch das ist keine scheinbare Flucht vor den Grauen der Gegenwart wie der Professoren-Freund seiner Verlobten allzu eloquent glaubt erkannt zu haben. Nein, er flüchtet nach vorn, er sucht den Rat seiner Idole, er folgt seinem inneren Antrieb, seiner Sehnsucht. Trotz der üblichen Geschwätzigkeit des Drehbuchs und dem offenkundigen Bedürfnis Allens, die Vermittlung jedes Gedankens doppelt und dreifach abzusichern, bleibt der Film in den meisten Momenten leichtfüßig, traumwandlerisch und verspielt zugleich.

Wenn Dalí alias Adrian Brody voller Begeisterung immer wieder vom Rhinozeros spricht und seinen eigenen Namen in die Welt posaunt, vor allem aber wenn Corey Stoll als kongenialer Hemingway in staatstragendem, ganz und gar nicht selbstironischem Tonfall von Mut und Wahrheit parliert, oder vom Gefühl der Unsterblichkeit in den Armen der richtigen Frau, da schleicht sich in die komödiantische Rezeption fast unbemerkt die Freude am aus der Zeit Gefallenen, am Ungewöhnlichen und Unpassenden, auch an der Realisierung des unmöglichen Traumes. Und in welchem Jahrzehnt hätten die Künstler aus den 20ern gerne gelebt? Woody Allens Zeitreise könnte noch lange nicht beendet sein.

Kinostart: 18.08.2011

Death Cab for Cutie „Codes And Keys“ (2011)


VÖ: 27.05.2011

Drei Jahre ist es jetzt schon wieder her, dass DEATH CAB FOR CUTIE mit „Narrow Stairs“ ihr bis dato experimentierfreudigstes Album veröffentlicht haben. Drei Jahre, in denen sich Fans der Band mit diesem Release, das erst mit der Zeit seine Schönheit entfaltet hat, anfreunden konnten. Jetzt wartet aber mit  „Codes And Keys“ eine neue Aufgabe für Freunde des melancholischen Indie-Sounds. Denn wie die Band bereits im Vorfeld angekündigt hat, gibt es auf diesem Album weniger Gitarren und dafür mehr Effekte, Keyboards, Streicher und Geräuschkulissen, die es zu entdecken gilt.

„Codes And Keys“ ist allgemein gesprochen das, was man ein „schönes“ Album nennen würde. Es vereint alle Facetten der Band der letzten zehn Jahre auf einem einzigen Silberling, ohne dabei den roten Faden, der ein Album durchziehen muss, aus den Augen zu verlieren. Die unverwechselbare Stimme von Ben Gibbard thront über teils grungig angehauchten Gitarren, Pianoklängen zum Träumen, verzerrten Passagen und verspielt-unaufdringlichen Drum-Elementen. Die erste Single-Auskopplung „You Are A Tourist“ scheint mit jedem Hördurchgang zu wachsen; andere Tracks wie „Underneath The Sycamore“ zünden bereits beim ersten Mal:

Am Ende eines Durchlaufs von „Codes And Keys“ bleibt die Erkenntnis, dass man es hier wohl mit dem kreativsten und homogensten Werk von DEATH CAB FOR CUTIE zu tun hat. Emotional, berührend, sanft, teils schwermütig, dann wieder rundum positiv lebensbejahend – einfach ein schönes Album! Und wer die Chance hat diese tolle Band live zu sehen (jetzt noch in Clubs, bald wohl in grossen Stadien), sollte sie wahrnehmen, es lohnt sich – ich hab’s bereits getan.

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Buchtipp: „Gruber geht“ von Doris Knecht (2011)

Die Liebe in den Zeiten des Facebook:

Wie uncool ist das denn, bitte? Im Nachhinein zu vermissen, was man vorher nie haben wollte. Ein eigenes Kind zum Beispiel. Für DJ Sarah geht das gar nicht. Völlig ausgeschlossen. Und dann der unmögliche Typ Mann dazu. Klassischer Investment-Banker: Porsche-Fahrer mit Ray-Ban-Piloten-Brille und Designer-Bude mitten in Wien. Für die siebenunddreißigjährige Berlinerin, die nachts in Clubs Platten auflegt, ein absolutes „No go.“ Und trotzdem. Ihr erstes Date in Zürich war ein Schicksalstag.

Schließlich war sie gleich nach dem Sex zu seinem persönlichen Todesengel geworden. Hatte neben dem Bett den seit Tagen ungeöffneten Brief vom Krankenhaus gefunden. Und er hatte gewollt, dass sie ihn vorliest: Ein Tumor im Bauch. Bösartig. So viel stand schon fest. Unklar war allerdings, ob er daran sterben würde. Und das mit ihrer Schwangerschaft und der anschließenden Fehlgeburt stand da auch noch in den Sternen.

Dass Gruber davon nichts wissen wollte, war eh klar. Genauso wenig wie von einem Kind. Noch nicht. Immerhin: Die Chemo hatte ihn dann doch ganz schön aus seiner kometenhaft überirdischen Erfolgs-Umlaufbahn geschmissen. Angefangen hatte es mit einer schlichten Rindssuppe. Die hatte er in seiner bis jetzt absolut unbenutzten Edelstahl-Küche für Sarah kochen wollen. Und dann das mit dem Bierfleck auf seinem Designer-Sofa. Er selbst hatte in aller Seelenruhe sein Bier draufgekippt. Unglaublich, dass es so leicht war, sich gehenzulassen … Dann die Sache mit dem schwulen Henry. Also, mal ehrlich: Diese gemeinsame Nacht wäre in seinem früheren Leben absolut unvorstellbar gewesen. Und war es tatsächlich der immer gepflegte Workaholic Gruber gewesen, der dann, unrasiert und in Flip-Flops, stundenlang untätig in der Hängematte in Kathis und Toms verwildertem Garten geschaukelt hatte? War es wirklich Gruber, der als passionierter Kinderhasser auf die Kleinen seiner Schwester Kathi aufpasste? Und das auch noch gerne, wie er mit eingeschlafenem Arm unterm Kopf des in sein Bett gekrochenen Jüngsten erstaunt feststellt. Als es ihm dann so richtig schlecht gegangen war nach der zweiten Chemo gegen seinen Tumor im Bauch, der partout nicht kleiner werden wollte, hatte er sich sogar von seiner Mutter Suppe kochen lassen. Hühnersuppe. Gruber, das Familien-Torpedo, hatte es einfach geschehen lassen. Und es hatte ihm sogar gut getan.

„Gruber geht“ ist mehr als eine flott und amüsant geschriebene Liebesgeschichte der „Generation Facebook“ mit melancholischem Happy-End. Denn Sätze wie „Gruber hat Krebs“ haben in der Social-Media-Welt nichts verloren. Wie krass ist das denn, bitte? meint man die Kommentare der empörten Community zu hören. Aber bevor es dazu kommt, nimmt Gruber den Eintrag wieder aus dem Netz. Trotzdem, und genau das zeigt Doris Knecht in ihrem mutigen Roman, lässt sich auch im Facebook-Jargon über den Tod schreiben. Er behält schließlich immer das letzte Wort. Sogar im Social Web. Genau dieser Kontrast zwischen lockeren Community-Sprüchen und den geschilderten existenziellen Grenzerfahrungen macht Doris Knechts Debüt spannend. Ihr kühner Versuch, gleich in ihrem ersten Roman im Facebook-Jargon aus der wechselnden Perspektive verschiedener Figuren über das Schwerste überhaupt zu schreiben, verlangt Respekt.

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Filmtipp: Der Name der Leute (2011) – Les Noms des Gens


Originaltitel: Les Noms des Gens
Kinostart: 14.04.2011

Die junge Bahia (Sara Forestier) trägt ihren außergewöhnlichen Namen mit Stolz, kämpft mit Leidenschaft für alle Randgruppen und dürfte für ihren Geschmack ein bisschen weniger französisch aussehen. Auch sonst hat die charmante Politaktivistin ihren eigenen Weg gefunden, die Welt zu verbessern: Ganz nach dem Lebensmotto ihrer Eltern, „Make love, not war“, schläft sie mit politisch rechts stehenden Männern, um sie ideologisch umzudrehen. Eine Ausnahme macht sie allerdings für den bekennenden Linkswähler Arthur (Jacques Gamblin), der sich eigentlich ganz wohl dabei fühlt, mit seinem konservativen Allerweltsnamen in der anonymen Masse unterzutauchen. Doch Bahia stellt sein bis dahin geordnetes und zurückgezogenes Leben völlig auf den Kopf. Und so muss sich Arthur plötzlich nicht nur mit Bahias mitreißendem Idealismus, sondern auch mit der wahren Geschichte seiner Familie auseinandersetzen.

Kritik: Aus Frankreich kommt eine kritische Komödie über die vermeintliche Herkunft, die eigenen Wurzeln und über die sprichwörtlichen Gegensätze, die sich bekanntermaßen anziehen. Michel Leclerc blickt auf die jüngere französische Vergangenheit und zeigt wie die Seele unseres innerlich gespaltenen Nachbarlandes tickt. Und das gelingt dem Regisseur und Autor in federleichter Art und Weise.

Mithilfe des schauspielerischen Routiniers Jaques Gamblin und der großartigen Sara Forestier sowie einer ordentlichen Portion erfrischend frechen Humors schuf Leclerc mit „Der Name der Leute“ kluge Unterhaltung fern dieser leider ständig wiederkehrenden Multikulti-Klamotten. Trotz der gelungenen Situationskomik und den bei Woody Allen entliehenen inneren Dialogen ist der Blick auf den ernsten Hintergrund niemals unscharf. Klar: Am Anfang, mittendrin und am süßen Ende ist das ziemlich pappig und geschönt. Gesellschaftspolitisch kaum noch relevant. Aber eine Mischung aus Rührseligkeit und Relevanz wie in diesem aufdringlich-sympathischen französischen Unterhaltungsfilm offeriert, gab es in der jüngeren Vergangenheit nur selten.

Mein Fazit: Selten wurden politische Ansichten und Klischees so komisch und feinsinnig auf`s Korn genommen – absolut sehenswert!

Web trees

In Teilen Pakistans sind Bäume komplett von Spinnennetzen umhüllt. Offenbar sind die Spinnen vor dem Hochwasser auf die Bäume geflohen – ein positiver Effekt davon scheint der spürbare Rückgang der Moskito-Plage zu sein, der zur Minimierung der Malaria-Gefahr für die Bevölkerung führt.