Hatebook parodiert Facebook

Wir koennten ja mal ein Netzwerk aufbauen, wo man nur die Moeglichkeit hat Feinde zu werden und Sachen scheisse findet – ein Assoziales Netzwerk. Das dachten sich wohl die Gruender von Hatebook. Mal ehrlich, jeder liebt es doch zu hassen, Grund genug um hier die Plattform fuer alle Misanthropen naeher vorzustellen:

Hatebook

Schluss mit dem sozialen Kuschelkurs: Wer von Freunden und deren Freunden und deren Freunden und deren …(Anmerkung der Redaktion: Ich verkuerz das einfach mal) die Faxen dicke hat, wem vom netten Anstupsen schon die Fingerkuppen bluten, wer die Farm-Ville-Bewohner am liebsten auf dem Friedhof der Kuscheltiere verbuddeln moechte, der geht zu Hatebook.org.

Bereits seit 2007 kann sich jeder hier in Gemeinheit üben. Wer sich einloggt, bekommt gleich ein charmantes „Hello, Sucker“ zugeworfen. Auf der eigenen Profilseite aber darf man dann den anderen mitteilen, warum man besser ist als sie („Weil ich einem Hühnchen mit einem Ruck die Eingeweide herausrupfen kann“), und sich über alles auslassen, was einen gerade nervt (Familientreffen, Cellulite, Tauben). Auch wird man angestiftet, Lügen über sich und andere zu verbreiten, Feinde zu adden und Hassgruppen beizutreten.

Endlich eine Spielwiese für Misanthropen und alle, die aus Prinzip „dagegen“ sind? Na ja. Denn auch wenn Hatebook soziale Kompetenz durch lustige, größenwahnsinnige Egozentrik ersetzt, hat sich eigentlich nicht viel geändert. Das Interface gleicht verdächtig dem von Facebook, und auch die Anwendungen sind größtenteils abgeschaut.

Mittlerweile hat das brave Facebook wiederum nicht umsonst die Applikation Enemybook ausgetüftelt, die wohlgesinnte User auf ähnliche Weise in niederträchtige Schufte verwandelt. So schließt sich dann auch der Feindeskreis…

Damit kriegst du alles sauber – Clean your balls

Balls Axe
Oder für alle Männer: So bringst du deine Glocken rechtzeitig zum Weihnachtsfest auf Hochglanz!

Ein tolles Beispiel für gut gemachtes virales Marketing ist die Werbung von Axe zum Produkt Axe Detailer. Einfach sehr gelungen und gut gemacht, wie in diesen aufwändigen Spots mit der Doppeldeutigkeit vom englischen „Balls“ gespielt wird. Daumen hoch für das verantwortliche Axe Marketing-Team.

Aber überzeuge dich selbst:

Und hier werden während der Präsentation aufgekommene Fragen in der dazugehörigen Pressekonferenz danach professionell beantwortet:

Übrigens die Werbung hat 2010 eine der wichtigsten Werbepreise in Cannes gewonnen – gut gemacht oder was meinst du?

Leg dich besser nicht mit einem Panda an

Panda feta white cheese

Einkaufen einfach gemacht: Demnächst steht immer ein Panda neben dir und passt auf, dass du auch immer schön das Richtige kaufst. Ansonsten gibt´s einen Satz heiße Ohren vom süßen aber empfindlichen Panda. Wenn das keine Entscheidungshilfe ist…

Ob das den Verkauf von Pandaprodukten erhöht – keine Ahnung – in Ägypten weht beim Einkauf von Panda Feta-Käse jedenfalls ein anderer Wind.

Einen White Russian Kahlua

Das Lebowski-Fest in Chicago. Langhaarige Typen in geschmacklosen Bademänteln, die White Russians trinken und durch Sonnenbrillen schauen: Auf dem Lebowski-Fest in Chicago huldigen die Fans ihrem Vorbild und dem Versagertum.

Big Lebowski Party

Mit der deutschsprachigen Geistesgeschichte kennt sich der 08/15 Amerikaner nicht sonderlich aus. Nietzsche, Nihilismus, Psychoanalyse und Freud? I don´t care. Nicht so in Chicago. Jedenfalls wenn man hier mit der U-Bahn in einen jener grauen Vororte fährt und zwischen Fast-Food-Würfeln und Drive-through-Apotheken landet. Wenn man in das historische Kino spaziert und plötzlich, im Inneren des prachtvollen Zwanziger-Jahre-Baus, einen Mann im dunklen Anzug auf Deutsch ausrufen hört: „Wir glauben an nischts! An gar nischts!“ – dann weiß man: Hier wird die deutsche Nation noch wirklich wahrgenommen.

Okay, die Leute in diesem Saal, darunter viele langhaarige Typen mit scheußlichen Bademänteln, die White Russians trinken und durch dunkle Sonnenbrillen schauen, kennen wahrscheinlich nur diesen einen deutschen Satz, dafür aber auswendig. Er stammt aus dem Film The Big Lebowski und wird an diesem Abend noch dutzende Male fallen.

Denn wir sind hier auf dem Lebowski-Fest, wo sich kuriose Menschen wieder einmal versammelt haben, um die 1998 gedrehte und auf der ganzen Welt kultartig verehrte Komödie der Coen-Brüder zu huldigen. Der Film ist für Viele die moderne Bibel der Gelassenheit. Als Zitatenschatz für aussichtslose Lebensgeschichten. Als Strategie, um im Alltag mit Spießern, Snobs und Karrieristen umgehen zu können.

Dann schon lieber Nazis als Gegner! Bei denen weiß man wenigstens, woran man ist. So sieht es jedenfalls Walther Subczek (John Goodman), Lebowskis bester Freund, ein zum Judentum konvertierter polnischer Katholik, der im Film einen anderen Satz sagt, der hier im Kino ebenfalls immer wieder zitiert wird: „Man kann über den Nationalsozialismus sagen, was man will: An Grundsätzen fehlt es nicht.“

Alle zwei Monate treffen sich die Lebowski-Jünger, um gemeinsam, jeweils in einer anderen amerikanischen Stadt „ihren“ Film zu feiern, nachzusprechen und nachzuspielen. So wie jetzt in Chicago: Die Leinwand öffnet sich, das Lebowski-Kollektiv schaut gebannt auf die Anfangssequenz und buht, wenn die korrupten Deutschen erscheinen, und klatscht, wenn der Dude im Supermarkt eine Milch mit einem ungedeckten, auf 98-Dollar-Cent betitelten Scheck bezahlen möchte. Hier wird die Coolness der amerikanischen Hartz-IV-Empfänger-Schicht gefeiert.

Der anschließende Tag ist traditionsgemäß dem Bowling gewidmet. Die White-Russian-Kahlúa-Mixtur schwappt aus dem Glas, als Don aus Chicago auf der frisch gebohnerten Bahn Anlauf zum Abwurf seiner Bowlingkugel nimmt. Dazu kommentiert er: „Wenn Sport eine Philosophie wäre, dann wäre Bowling die Denkschule der Stoiker.“

Don sieht nicht nur so aus wie der Dude, er spricht auch
so und denkt wie sein Vorbild. Nicht nur heute, sondern
immer. Dude-Sein heißt Versager sein und das gerne. Während Don bowlt, streiten sich zwei dicke Männer, die wie John Goodmans Kriegsveteran Walther verkleidet sind, über den philosophischen Hintergrund des Films. Gefragt, worum es im Big Lebowski eigentlich geht, schweigen sie. Nach kurzer Bedenkzeit sagt der eine: „Um was wohl?! Natürlich um Bowling!“